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die energieausweise bitte

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Welcher kleine Junge träumt nicht davon später einmal Strompolizist zu werden. Stromdiebe jagen, Stromleitungen schützen, Stromschläger mit der ganzen Gewalt des Strompolizeiapparates verfolgen. Ja, Strompolizist ist auch heute noch gleich nach Jauchefahrer und noch vor Milchbäuerin einer der beliebtesten Berufe bei 4 bis 9 jährigen Knaben. Ein Blick hinter die Kulissen der strompolizeilichen Ausbildung.

“Sie haben wohl die Kabel locker!” Es ist gerade 5 Uhr 30, da brennt bei Polizeiausbilder Oberkomissar Fedder zum ersten mal die Sicherung durch. Schlaftrunken stehen die Kadetten vor ihren Betten und wissen noch nicht wie ihnen geschieht, doch Fedder achtet auch auf Kleinigkeiten. Fähnling Müller ist es, den der strenge Meister meint. “Niemals NIEMALS stehen Sie mit entsichertem Spannungsprüfer in dieser Reihe. IST DAS KLAR???” Fedder, der inzwischen im einundzwanzigsten Jahr die Ausbildung an der Strompolizeischule Wattenscheid leitet, kennt seine Pappenheimer - 200 Liegestützen später ist die Angelegenheit vergessen und Müller wieder auf Linie. Gut gemacht - Frühstück.

Das energiereiche Müsli hat die Männer munter gemacht, das Tagesprogramm kann beginnen. Erste Lektion heute: Ein Ohmchen ist über die Straße zu geleiten - Routine für die Kadetten. Eigentlich. Wieder ist es Müller, der aus der Reihe tanzt: “Mein Freund und Kupferkabel” - Fedder ist inzwischen sichtlich unter Spannung - “Sie wollen Strompolizist sein?” Einmal mehr steht Müller auf dem Kabel, doch gerade die Kleinigkeiten sind es, die Fedder niemals toleriert. Worum es geht? Wir erfahren es nicht, strompolizeiliches Geheimnis!

Am späten Vormittag dann Versteckspiel: Müller ist der Strohmann - und diesmal tadellos unterwegs. Zum Mittag gibt es Kabelsalat, für Müller als Entspannung für seinen Muskelkater (650 Liegestützen so far) eine halbe Voltaren.

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Strom als Friseur

Das Nachmittagsprogramm schließlich hat es in sich. 20 Km Castortransport, 30 Km Radfahren mit eingeschaltetem Tacho - die Kadetten freuen sich anschließend fast über die einstündige Inhaftierungsübung. Während Streifenpolizisten hier inzwischen auf Kabelbinder setzen (eine Fesselungsmethode die ursprünglich von der Strompolizei stammt) ist man hier schon wieder einen Schritt weiter: Stromschnellen! “Leck mich Am pere!” Müllers Akku ist leer, der heutige Tag hat ihm den Rest gegeben. Doch ohne es zu merken hat er sich verändert. “Das ist die Sprache eines Strompolizisten” klärt uns Fedder hinter vorgehaltener Hand auf. Und so haben auch wir etwas gelernt: Strompolizisten müssen auch gegen den Strom schwimmen. Und das ist es, was Fedder und seine Jungs seit nunmehr 21 Jahren üben.

Mehr dazu im Internet: Zu den möglichen strompolizeilichen Maßnahmen zählen Verordnungen, Verfügungen, Maßnahmen ohne vorausgehenden Verwaltungsakt, Überwachungen - aber auch die Anwendung der “besonderen” strompolizeilichen Befugnisse gem. WaStrG. 

One Response to “die energieausweise bitte”

  1. irgendwer
    April 18th, 2009 12:50
    1

    psst…
    stromdiebstahl gibt es nicht, da strom keine sache ist, aber § 248 c StGB entziehung elektrischer energie.
    daher müsste es korrekt “stromentzieher” heißen.
    in der hoffnung, Ihnen gedient zu haben, verbleibe ich

    mit besserwisserischen grüßen

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